DER MENSCH MIT DER MASKE

Es ist solange zu früh, bis es zu spät ist. Nur Wenige prüfen Ihr eigenes Leben auf eine Hinsicht, die sie dazu führt, was sie wirklich wollen. Nur Wenige realisieren ihre Träume, weil Sie denken, es wäre schlicht unmöglich oder aber noch zu früh. Nur Wenige nehmen ihre eigenen Wünsche für wahr, bis es schließlich zu spät ist. "Ich wünschte ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben." "Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet." "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken." "Ich wünschte, ich hätte meine Freundschaften gepflegt." "Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein." Es ist nie zu früh, diese Wünsche zu realisieren. Es ist aber all zu oft zu spät, denn das sind nicht nur Wünsche, sondern die 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. 

Die australische Krankenschwester Bronnie Ware hat jahrelang sterbende Menschen in ihren letzten Monaten, Wochen und Tagen begleitet. Sie hat Ihnen genau zugehört. Sie hat diese Gedanken gesammelt und in ihrem gleichnamigen Buch: "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen" veröffentlicht. In unserem Kulturraum ist es unangenehm sich mit dem Tod zu beschäftigen und so hören wir auch nicht gerne hin, wenn es um die Gedanken von Sterbenden geht. Dann drehen wir den Sachverhalt doch um. Stellen wir uns einmal vor, wir müssten das Leben, das wir jetzt leben, immer wieder leben. Immer wieder. Immer wieder die gleichen Konsequenzen unserer Entscheidungen durchleben. Immer wieder die gleichen Beziehungen durchleben, das gleiche arbeiten. Würden wir dann genauso entscheiden?

Nietzsche geht es in diesem Gedanken seiner Idee "Konzept der ewigen Wiederkehr" nicht darum, dass es tatsächlich so ist. Es geht ihm darum, zu reflektieren, ob das was wir tun wirklich gut ist für uns. Es geht darum, dass Sie sich fragen, ob ihre Entscheidungen wirklich wünschenswert sind für Sie. Würden Sie also wirklich immer wieder ihr eigenes Leben durchleben wollen - von Anfang bis zum Ende. Fragen Sie sich... wenn es so wäre, dass sich dieses Leben immer und immer wiederholen würde, was würde ich dann tun. Ich bin sicher, sie würden eben diese Dinge tun, wirklich tun, die Sterbende heute bereuen, nicht getan zu haben. Sie würden den Mut haben selbstbestimmt Ihr eigenes Leben zu leben, sie würden Sinn suchen, Sie würden Gefühle zulassen, Freundschaft anders leben und sich erlauben, glücklich zu sein.

DER MENSCH MIT DER MASKE

Ich weiß, das sind Dinge, die uns allen klar sind. Warum folgen dann so Wenige ihrem Herzen? Weil es darum im Leben nicht geht? Weil das Leben ein Kampf und kein Ponnyhof ist? Weil das Leben ernst ist und keine Spielwiese für Glück und Selbstverwirklichung? Gut möglich, dass Ihr Leben genau so ist, eben weil Sie daran glauben. Es ist ganz einfach. Wenn Ihr Leben kein Quell der Freude ist, dann deshalb, weil Sie den falschen Freunden zuhören an die falschen Dinge glauben und die falschen Dinge tun. Es ist so viel einfacher, Anderen die Schuld für ein unerfülltes Leben zu geben, aber es ist nicht wahr. Viele Menschen durchleiden wirklich unschuldig schlimmste Situationen, aber das hat nachweislich keinen Einfluss auf deren Lebensglück. Lebensglück ensteht durch die Kraft, die wir eigenen Gedanken geben.

Wir sind viel zu lange schon geleitet von einer Außenorientierung. Viele von uns streben nicht nach dem, was sie wirklich wollen, sondern nach dem, von dem sie glauben, dass es andere von ihnen erwarten. In unserer leistungsorientierten Welt sind das insbesondere: Erfolg, Attraktivität und Beliebtheit. Da wir in unserer Außenorientierung aber die innere Stimme oft nicht mehr hören können, fragen wir nicht uns selbst, sondern Andere, was wir tun sollen. Wir fragen: "Wie kann ich ganz schnell und ganz toll Karriere machen?", statt zu fragen, welchen Beitrag wir zur Welt leisten wollen. Wir fragen: "Wie muss ich sein und aussehen, damit andere finden, ich bin attraktiv?", statt alles, außer gewöhnlich zu sein und wir fragen: "Wie muss ich sein, damit du mich magst?", statt einzigartig liebevoll zu sein.

Der Mathematiker und Psychologe Richard Bandler brachte es auf den Punkt: "Wenn du etwas haben willst, was du noch nie hattest [in diesem Zusammenhang ein erfülltes Leben] musst du etwas tun, was du noch nie getan hast [also du selbst sein]. Mein Aufruf gilt all Jenen, die den Mut haben sie selbst sein zu wollen und ein selbstbestimmtes Leben führen wollen, an dessen Ende sie nichts bereuen müssen: Seien Sie authentisch, fragen Sie sich, was Sie wirklich tief in ihrem Herzen lieben und tun sie es. Schalten Sie den Fernseher aus und hören Sie den Menschen zu. Fangen Sie an, die Welt wahr zu nehmen. Fragen Sie absolut Niemanden, was sie tun sollen und wie sie sich verhalten sollen. Lernen Sie, Entscheidungen auf Basis Ihrer Emotionen zu treffen und zu sich zu stehen. Die Lösung für viele Probleme ist so einfach: Nehmt die Maske ab!

 

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AUTOR | Mag. Christian P. Letz ist Philosoph und Politikwissenschaftler und lebt als Creative Director, Designer, Schriftsteller, Keynote-Speaker, Fotograf und Filmemacher in Wien. Für Miss Yoga schreibt er regelmäßig Blogbeiträge als Gastautor. Kontakt: www.cplphotography.com

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