SANTOSHA - Du hast die Wahl

"Ändere was du ändern kannst, akzeptiere was du nicht ändern kannst." so heißt es. 

Wenn alles glatt läuft, ist es einfach glücklich zu sein. Doch manchmal sind die Bedingungen schwierig, mit denen wir zurecht kommen müssen, die Umstände innerhalb derer wir leben, widrig. Manche Situationen sind einfach schmerzhaft. Wir hoffen auf einen bestimmten Ausgang der Ergebnisse, und sind enttäuscht, wenn es anders kommt. 

Wir akzeptieren nicht, dass es jetzt so ist, wie es jetzt eben ist. (Vor allem) dann hilft dir Zufriedenheit (und auch immer sonst).

Die Yogis nennen es Santosha.

Zufrieden sein mit etwas Schmerzhaftem? Aber ich muss doch etwas tun! Die Yogis verstehen Zufriedenheit im Sinne von "ok sein, mit was auch immer ist" als Quelle des Glücks. Es geht dabei nicht darum nichts zu tun, sondern einfach nicht passiv auf äußere Umstände zu reagieren. Das Reagieren auf äußere Umstände (im Vergleich zu Agieren aus sich selbst heraus) ist die Ursache von Stress, Ärger und Unzufriedenheit. Wenn du erst dann glücklich sein kannst, wenn andere das tun, was du dir erhoffst, wirst du es sehr schwer haben und ewig unzufrieden sein.

Zufriedenheit hingegen ist deine Eigenverantwortung. Deine Entscheidung - deine Wahl. 

Begib dich nicht in die Abhängigkeit von wohlwollenden äußeren Bedingungen und dem Verhalten anderer Menschen. Mach deinen Seelenfrieden nicht von der Wunscherfüllung im Äußeren abhängig, sondern von deinem inneren Agieren - kurz: von dir. Selbst in schmerzhaften Situationen kannst du eine innere Zufriedenheit kultivieren, wenn du deine Erwartungen heraus nimmst und Zuversicht entwickelst, dass am Ende alles Gut wird.

Wird am Ende immer alles gut? Das hängt von dir ab. Du kannst die Umstände oft einfach nicht zu 100% beeinflussen, du kannst nicht entscheiden, wie sich andere zu dir verhalten, du hast aber stets die Wahl, wie du damit umgehst, ob du (nach alten Mustern) reagierst, oder aus deiner inneren Zufriedenheit heraus agierst. Zufriedenheit bedeutet eben weder Stagnation noch Bequemlichkeit, sondern aktives Tun aus uns selbst heraus. Wir müssen schlechte Bedingungen oder ungesunde Beziehungen nicht hinnehmen; wir entwickeln lediglich innere Geduld bis wir im Stande sind, die Bedingungen ändern zu können, die wir in der Lage sind zu ändern und Tolleranz gegen Bedingungen, die wir nicht ändern können, während unser Geist nach Höherem strebt. 

Patanjali, der indische Gelehrte und Verfasser der Yoga Sutren wusste schon:

 "Wer Santosha praktiziert, der ist im Glück".

 

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